Besser spät als nie mit dem Rauchen aufhören
Chefärzte der Kliniken Maria Hilf warnen vor den Risiken der Nikotinsucht und bieten Unterstützung beim Entzug
Am Dienstag, l. Juli, tritt das Nichtraucherschutzgesetz in Nordrhein- westfalen in Kraft. Zigarettenqualm ist dann nur noch in eigens eingerichteten und gekennzeichneten Raucherräumen erlaubt. Damit beginnt für Nikotinsüchtige eine schwere Zeit: Allein die Deutschen zünden pro Tag 305 Millionen Zigaretten an. In NRW greifen rund 29 Prozent der Bevölkerung zum Glimmstängel. Erstmals seit zehn Jahren stieg die Zahl der Raucher in Nordrhein-Westfalen damit wieder an.
„Eine dramatische Entwicklung", betont der Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Priv. Doz. Dr. med. Andreas Meyer. „Rauchen fordert mehr Leben als jede andere Krankheit. Alle zehn Sekunden stirbt weltweit ein Mensch an den Folgen von Nikotin. Allein in Deutschland fallen jährlich 140.000 Personen Erkrankungen zum Opfer, die in Zusammenhang mit Tabakkonsum stehen - Tendenz steigend."
Dr. Meyer behandelt im Krankenhaus St. Kamillus Krankheiten der Lunge und des Bronchialsystems. Gemeinsam mit 13 Ärzten und 50 Pflegekräften kämpft er täglich gegen Folgeerkrankungen des Rauchens. Schwerpunkte sind Lungenkrebs, Raucherlunge, Asthma und Lungenentzündungen.
Die operative Behandlung der Tumore der Lungen und Bronchien sowie des Rippenfells übernimmt die Klinik für Thoraxchirurgie. Das Team um Chefarzt Dr. med. Frank Noack ist auch für die Metastasenchirurgie der Lunge zuständig. Er warnt insbesondere vor den Risiken des Passivrauchens. „Gerade für Kinder sind die Auswirkungen fatal. Das Nikotin erreicht das Gehirn binnen sieben Sekunden, also schneller als der Wirkstoffeiner intravenösen Injektion", erklärt Dr. Noack. „Beim Verbrennen einer einzigen Zigarette entstehen zwei Liter Rauch. Der längere Aufenthalt in einem stark verqualmten Raum hat die gleiche Wirkung als würde der Betroffenen fünf Zigaretten pro Stunde rauchen."
Deswegen befürwortet der Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie das Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes: „Ein wichtiger Schritt, um Passivrauchen einzuschränken. Wenn durch diese Maßnahme sogar weniger Leute zur Zigarette greifen, umso besser." „Natürlich ist es schwer, die Nikotinsucht zu besiegen, aber es bedeutet auch wesentlich mehr Lebensqualität - für sich selbst und andere", ergänzt Dr. Meyer. „Rauchen ist nach wie vor die wichtigste vermeidbare Ursache für das Auftreten von Krankheit, Gesundheitsschäden und Tod. Daher sollten Abhängige besser spät als nie mit dem Rauchen aufhören."
Die Kliniken Maria Hilf unterstützen Betroffene, die ihre Nikotinsucht stoppen wollen. Im Vordergrund stehen dabei neben der Begleitung der Patienten und Angehörigen die ausführliche Beratung und Aufklärung sowie die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen.
