Diabetologie
Der zweite Schwerpunkt der Fachabteilung ist die Diabetologie – die Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2) sowie seiner Folgeerkrankungen. Die Klinik für Angiologie und Diabetologie verfügt über alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, auch zur Behandlung komplizierter ambulanter und stationärer Diabetesprobleme.
Diabetikerschulung
In der Diabetologie steht die ganzheitliche Betreuung des Diabetes-Patienten im Mittelpunkt. Dazu gehört nicht nur die Betreuung bei auftretenden Problemen, sondern auch die Vermittlung des optimalen Umgangs mit der Krankheit. Bereits kurz nach der Diagnose sind ambulante „Diabetikerschulungen“ daher unerlässlich. Mit Informationen zu Ernährung und Bewegung, zur Handhabe von Insulin und Medikamenten, zur Blutzuckerkontrolle, zur richtigen Reaktion bei Über- oder Unterzuckerung, zur Körperpflege und zu Kontrolluntersuchungen bereiten die Fachleute den Patienten auf sein Leben mit der Krankheit vor – sie machen ihn zum „Spezialisten in eigener Sache“.
Blutzuckermessung und -einstellung
Um optimale Blutzuckerwerte zu erreichen, überprüfen Diabetiker mehrmals täglich ihren Blutzuckerspiegel. Eine Standard-Methode hierfür ist die punktuelle Messung mit Blut aus der Fingerbeere. Der Nachteil dieser Tests: die Registrierung von Veränderungen wie Unter- oder Überzuckerung erfolgt verzögert. Die Fachabteilung für Angiologie und Diabetologie verwendet seit kurzem so genannte „Continuous Glucose Monitoring Systems (CGMS)“. Die Messgeräte können bis zu knapp 300 Mal am Tag die Werte ermitteln – Fachleuten und Patienten geben diese „glykämischen Muster“ nützliche Hinweise zur Optimierung der Diabetes-Therapie und der Reduzierung möglicher Folgeerkrankungen.
Je nach Erfordernissen erfolgt die Einstellung des Blutzuckerspiegels stationär – entweder durch die Gabe von Medikamenten („Antidiabetika“) und/oder dem Spritzen von Insulin. Neben der konventionellen Insulintherapie bietet die Fachabteilung zwei spezielle Behandlungsmethoden an: Die Intensivierte Insulintherapie und die Insulinpumpenbetreuung.
Spätkomplikationen
Eine ganzheitliche und umfassende Diabetes-Therapie beinhaltet neben der Aufklärung und der Einstellung der Blutzuckerwerte die Behandlung möglicher Folgekrankheiten, die der Diabetes mellitus begünstigt. Diese Spätschäden lassen sich in folgende Gruppen einteilen:
- Schäden an kleinen Blutgefäßen („Diabetische Mikroangiopathie“), beispielsweise in den Augen oder den Nieren
- Schäden an großen Blutgefäßen („Diabetische Makroangiopathie“), die zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder koronare Herzerkrankung führen können
- Schäden an den Nerven („Diabetische Neuropathie“), die sich als brennende Schmerzen in den Füßen oder durch kalte Füße äußern
- Diabetisches Fußsyndrom und Charcot Fuß
Die Spätfolgen können über Lebensqualität und Lebenserwartung des betroffenen Diabetes-Patienten entscheiden. Die frühzeitige Erkennung der Zuckerkrankheit und der Besuch von Gesundheits-Check-ups und Diabetikerschulungen können das Risiko an Spätkomplikationen zu erkranken, drastisch senken. Die optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels zögert Folgeerkrankungen zumindest einige Zeit hinaus. Das Team der Klinik für Angiologie und Diabetologie hat sich auch auf die Behandlung dieser möglichen Folgekomplikationen von Diabetes spezialisiert und bietet umfassende sowie ganzheitliche Therapiekonzepte an.
Versorgung des diabetischen Fußes
Zur therapeutischen Begleitung von Patienten mit Fußproblemen hat die Kliniken Maria Hilf GmbH seit einigen Jahren die Diabetologische Fußambulanz und Wundambulanz eingerichtet. Die ambulante Versorgung umfasst diagnostische und therapeutische Maßnahmen mit dem Ziel, krankhafte Veränderungen möglichst früh festzustellen, zu heilen und neuen vorzubeugen. Dazu gehören die Wundbehandlung, die regelmäßige Wundkontrolle sowie Patientenschulungen rund um die richtige Fußpflege. Gegebenenfalls sind auch die Beratung durch einen speziell geschulten orthopädischen Schuhmacher sowie die Anfertigung spezieller Schuhe oder Einlagen Teil des Therapiekonzepts.
In der Fußambulanz arbeitet eine staatlich geprüfte Podologin der Klinik für Angiologie und Diabetologie zusammen mit speziellen Wundmanagern. Podologie ist die nicht-ärztliche Heilkunde am Fuß, auch „Medizinische Fußpflege“ genannt. Die Fuß-Spezialistin, die auch fachabteilungsübergreifend tätig ist, ist die richtige Ansprechpartnerin, wenn beim Gehen Beschwerden auftreten, der Schuh drückt, die Nägel eingewachsen sind oder sonstige Fußprobleme auftreten. Insbesondere Patienten mit Diabetes, aber auch mit Rheuma, Blutverdünnung oder Durchblutungsstörungen gehören zu ihrem Patientenstamm.
