Körpereigene Klimaanlage
Thoraxchirurgische Fachabteilung der Kliniken Maria Hilf GmbH der „richtige Partner“ bei extrem starkem Schwitzen
Als natürliche Reaktion des Körpers sorgt Schwitzen für einen optimalen Schutz vor Überhitzung. Bei rund einer Million Menschen in Deutschland produziert die „körpereigene Klimaanlage" Schweiß jedoch nicht nur bei hohen Temperaturen oder großer Anstrengung, sondern häufig grundlos und übermäßig. Die Folge: Die Betroffenen ziehen sich mit ihrer Erkrankung, der „Hyperhidrose" zurück, verstecken sich unter weiter Kleidung und meiden Körperkontakt. An der Fachabteilung für Thoraxchirurgie der Mönchengladbacher Kliniken Maria Hilf GmbH sorgen Chefarzt Dr. Frank Noack und sein Team für schonende Abhilfe: Die endoskopische transthorakale Sympathektomie (ETS) ist ein kleiner operativer Eingriff, der die krankhaft gesteigerte Schweißabsonderung unterbindet.
An heißen Tagen transportieren die rund drei Millionen Schweißdrüsen des Menschen bis zu vier Liter Flüssigkeit an die Hautoberfläche. Durch das Verdampfen des Schweißes entsteht Verdunstungskälte, die dem Körper überschüssige Wärme entzieht. Regelmäßiges Schwitzen ist gesund - übermäßiges und grundloses Schwitzen belastend. Eine verstärkte Schwitzneigung bezeichnen die Mediziner als Hyperhidrose, dabei unterscheiden sie die „sekundäre Hyperhidrose" als Symptom einer Krankheit von der „primärer Hyperhidrose" als eigenständige Krankheit, von der rund ein Prozent der Deutschen betroffen sind. Sie äußert sich häufig als plötzliches attackenartiges Schwitzen, das mit oder ohne erkennbare Auslöser wie Hitze, Anstrengung oder Stress auftreten kann.
Als behandlungsbedürftig erachten die Fachleute sie dann, wenn der Patient im Alltag stark eingeschränkt ist und das vermehrte Schwitzen als Belastung wahrnimmt.
Die Behandlung der sekundären Hyperhidrose setzt bei der Behandlung der Grunderkrankung an - mögliche Ursachen des vermehrten Schwitzens sind beispielsweise Übergewicht, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Fieber oder hormonelle Störungen. Die Behandlung der primären Hyperhidrose richtet sich nach dem Ort der übermäßigen Schweißbildung, vor allem betroffen sind häufig die Handflächen, Achselhöhlen oder Fußsohlen, da hier die Schweißdrüsen am dichtesten zusammen liegen.
Abhängig von der Diagnose kommen unterschiedliche Behandlungsstrategien in Frage: Bei leichten Formen der Hyperhidrose kann das Auftragen von Aluminiumsalzen oder elektrotherapeutische Bäder helfen. Weitere Therapien sind die Gabe von Medikamenten, die auf das Nervensystem wirken und so die Schweißneigung unterdrücken. Auch eine Injektion des Nervengiftes Botulinomtoxin zur Blockierung der Signalübertragung der Schweißdrüsen „kann Wunder bewirken".
Die Klinik für Thoraxchirurgie der Kliniken Maria Hilf GmbH in Mönchengladbach bietet eine schonende operative Methode zur Unterbindung der krankhaft gesteigerten Schweißabsonderung: die endoskopische transthorakale Sympathektomie (ETS), also die Durchtrennung einzelner Nervenstränge im Brustkorbbereich. Bei diesem Eingriff führen die Mediziner mittels kleiner Schnitte eine Kamera sowie verschiedene Instrumente in den Brustkorb ein, durchtrennen den „Symphathikus“-Nerv und entfernen ein kleines Stück. So sind die Schaltstellen stillgelegt, die die Produktion des Schweißes steuern. „Wir empfehlen den endoskopischen Eingriff speziell bei vermehrtem Schwitzen der Hände und der Achselhöhlen", so Chefarzt Dr. Frank Noack. „Obwohl der Eingriff sehr schonend für den Patienten ist und sehr gute Heilungschancen verspricht, sollte eine operative Behandlung allerdings immer die letzte Maßnahme sein."
Noack und sein Team der Klinik für Thoraxchirurgie sind für die operative Behandlung aller gut- und bösartigen Erkrankungen der Lunge, des Brustfells und des Mittelfellraumes zuständig. Ihr Therapiespektrum umfasst das gesamte Fachgebiet der offenen und minimal invasiven Thoraxchirurgie, spezielle Schwerpunkte liegen auf der Behandlung von Tumoren, der Metastasenchirurgie mittels Laser, Korrekturen der Thoraxwand sowie der Behandlung von Hypohidrosis. Als Hauptfachabteilung ist die thoraxchirurgische Klinik in ihrer Form einzigartig in der Region.
August 2008
