Klinik für Geriatrie
Wenn eine akute Erkrankung im Alter die Selbstständigkeit bedroht, setzt unsere Geriatrie früh an.
Medizinische Behandlung und Rehabilitation greifen von Anfang an ineinander – mit dem Ziel, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und möglichst viel Selbstständigkeit zurückzugewinnen.
Der Weg in die geriatrische Behandlung
Akut ins Krankenhaus
Nach einem Sturz mit Fraktur, einem Schlaganfall oder einer akuten internistischen Erkrankung werden Sie zunächst in der zuständigen Fachklinik behandelt.
Geriatrischen Bedarf erkennen
Bei älteren Patientinnen und Patienten prüfen wir frühzeitig, ob die akute Erkrankung die Selbstständigkeit besonders gefährdet und eine geriatrische Behandlung sinnvoll ist.
Früh behandeln und rehabilitieren
Ist eine geriatrische Behandlung sinnvoll, beginnt die Frührehabilitation so früh wie möglich – mit dem Ziel, Fähigkeiten und Selbstständigkeit bestmöglich zu erhalten oder zurückzugewinnen.
Kontakt
Die Klinik für Geriatrie ist ein internes stationäres Angebot der Kliniken Maria Hilf. Eine direkte Einweisung oder Aufnahme von außen ist derzeit nicht möglich. Geeignete Patientinnen und Patienten werden während ihres stationären Aufenthalts gemeinsam mit den behandelnden Fachabteilungen identifiziert.
Angehörige sind für die geriatrische Behandlung wichtige Partner. Gemeinsam besprechen wir die bisherige Lebens- und Versorgungssituation, realistische Behandlungsziele und die Möglichkeiten für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt. Bei Fragen können Sie sich an das Behandlungsteam wenden.
Klinik für Geriatrie
Kliniken Maria Hilf GmbH
Viersener Straße 450
41063 Mönchengladbach
Gebäude H, 3. Obergeschoss
Gute Geriatrie beginnt mit Respekt, Selbstbestimmung und dem Blick auf vorhandene Fähigkeiten.
Drei Fragen an den Chefarzt
Für mich beginnt gute Geriatrie mit der Haltung gegenüber dem älteren Menschen. Unsere Patienten bringen ein langes Leben, viel Erfahrung und meist sehr klare Vorstellungen davon mit, wie sie leben möchten. Das verdient Respekt – und dazu gehört für mich vor allem, ihr Selbstbestimmungsrecht ernst zu nehmen.
Deshalb schaue ich nicht zuerst darauf, was jemand nicht mehr kann, sondern auf das, was noch da ist und was sich vielleicht wieder zurückgewinnen lässt. Im Gespräch habe ich es einmal ganz einfach formuliert: „Da geht noch was.“ Genau diese ressourcenorientierte Sichtweise ist für mich ein wesentlicher Teil guter Altersmedizin.
In der Geriatrie behandeln wir nicht nur die akute Erkrankung. Gleichzeitig beginnt sehr früh die Rehabilitation. Wir wollen verhindern, dass ein älterer Mensch durch eine Erkrankung, eine Operation oder den Krankenhausaufenthalt dauerhaft mehr Selbstständigkeit verliert als notwendig.
Dabei können die Ziele sehr unterschiedlich sein: wieder sicher aufstehen, selbstständig essen, sich waschen oder anziehen, mit Unterstützung wieder nach Hause zurückkehren – oder auch in einer anderen Wohnform mobiler und selbstständiger zu sein als zuvor. Für mich ist entscheidend, gemeinsam mit dem Patienten und den Angehörigen realistisch zu fragen: Was ist noch möglich, und was ist der nächste Schritt?
Manchmal hilft dabei auch der Satz: „Einen Versuch haben wir noch.“ Nicht als falsches Versprechen, sondern als Haltung, vorhandene Möglichkeiten wirklich auszuschöpfen.
Geriatrie funktioniert für mich nur im multiprofessionellen Team. Medizin, Pflege, Physiotherapie, Neuropsychologie, Ergotherapie, Logopädie und Sozialdienst betrachten unterschiedliche Seiten desselben Menschen. Erst wenn diese Perspektiven zusammenkommen, entsteht ein vollständiges Bild.
Dabei ist mir wichtig, dass die Beiträge aller Berufsgruppen ernst genommen werden. Was die Pflege beobachtet, ist für den nächsten Behandlungsschritt genauso wichtig wie eine ärztliche oder therapeutische Einschätzung. In einer guten Teamvisite geht es deshalb nicht nur um die Frage „Wo liegen die Probleme?“, sondern vor allem um: Was kann der Patient? Was glauben wir, was er wieder erreichen kann? Und was machen wir als Nächstes?
Genau diese Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist für mich eine besondere Stärke der Geriatrie.
Was wir bei Ihnen im Blick haben
Mobilität
Sicher aufstehen, gehen und sich im Alltag bewegen.
Selbstständigkeit im Alltag
Essen, Anziehen, Körperpflege und andere alltägliche Fähigkeiten möglichst selbstständig bewältigen.
Denken und Orientierung
Kognitive Einschränkungen, Verwirrtheit oder Veränderungen der Orientierung früh erkennen und berücksichtigen.
Ernährung und Schlucken
Schwierigkeiten beim Essen, Trinken oder Schlucken erkennen und gezielt behandeln.
Beschwerden und Begleiterkrankungen
Schmerzen, Wunden, Inkontinenz und weitere Erkrankungen werden in die Gesamtbehandlung einbezogen.
Häusliche und soziale Situation
Wir betrachten früh, welche Unterstützung nach dem Krankenhausaufenthalt benötigt wird.
Die Zeit danach beginnt bei uns früh
Schon zu Beginn der geriatrischen Behandlung denken wir gemeinsam mit Patienten und Angehörigen darüber nach, wie es nach dem Krankenhausaufenthalt weitergehen kann. Welche Unterstützung wird zu Hause benötigt? Sind Hilfsmittel erforderlich? Braucht es einen Pflegedienst oder weitere therapeutische Unterstützung?
Ziel ist eine Versorgung, die auch nach der Entlassung trägt – und möglichst viel Selbstständigkeit ermöglicht.
Sie möchten wissen, wie es nach dem Krankenhausaufenthalt weitergehen kann?
Unser Team berät Sie gerne zu den nächsten Schritten.
Häufige Fragen : Wir haben Antworten
Bei der geriatrischen Frührehabilitation warten wir nicht, bis die Behandlung der akuten Erkrankung abgeschlossen ist. Medizinische Behandlung und Rehabilitation beginnen gleichzeitig.
Während zum Beispiel die Folgen eines Knochenbruchs, eines Schlaganfalls oder einer internistischen Erkrankung behandelt werden, setzen auch aktivierende Pflege und therapeutische Maßnahmen möglichst früh ein. Je nach Bedarf gehören dazu Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder Neuropsychologie.
So behalten wir von Anfang an nicht nur die akute Erkrankung im Blick, sondern auch Mobilität, Alltagsfähigkeiten, geistige Leistungsfähigkeit, psychisches Befinden und Selbstständigkeit.
Nicht jede ältere Patientin und jeder ältere Patient benötigt automatisch eine geriatrische Behandlung. Entscheidend ist, wie stark eine akute Erkrankung oder Verletzung die bisherige Selbstständigkeit beeinträchtigt und ob durch die geriatrische Behandlung realistisch etwas verbessert werden kann.
Eine typische Situation ist beispielsweise ein älterer Mensch, der nach einem Sturz mit einer Fraktur ins Krankenhaus kommt, zusätzlich herzkrank oder an Diabetes erkrankt ist und nach der Operation nicht ohne Weiteres wieder auf die Beine kommt.
Auch mehrere chronische Erkrankungen, eine erhöhte Gefahr von Komplikationen oder bereits bestehender Unterstützungsbedarf spielen bei der Einschätzung eine Rolle. Ziel ist es, diejenigen Patienten früh zu erkennen, die von der intensiven multiprofessionellen Behandlung besonders profitieren können.
Die geriatrische Frührehabilitation ist auf einen Zeitraum von rund zwei Wochen ausgerichtet. In dieser Zeit finden regelmäßig therapeutische Einheiten statt und die verschiedenen Berufsgruppen beobachten gemeinsam, welche Fortschritte erreicht werden.
Zu Beginn werden konkrete Ziele mit den Patienten festgelegt und im weiteren Verlauf gemeinsam überprüft. Gleichzeitig betrachten wir schon früh die häusliche und soziale Situation.
Damit dient die Zeit nicht nur der medizinischen und therapeutischen Behandlung. Sie wird auch genutzt, um gemeinsam mit Patienten und Angehörigen eine tragfähige Perspektive für die weitere Versorgung zu entwickeln.
Angehörige kennen den Alltag des Patienten meist sehr genau. Für uns ist deshalb wichtig zu erfahren, wie selbstständig ein Mensch vor der akuten Erkrankung war, welche Unterstützung bereits notwendig war und wie die bisherige Wohn- und Versorgungssituation aussieht.
Auch Informationen über vorhandene Hilfsmittel, Pflegedienste oder Vollmachten können für die weitere Planung wichtig sein. Gemeinsam mit dem Patienten und seinen Angehörigen möchten wir möglichst früh klären, welche Ziele realistisch sind und welche Unterstützung nach dem Krankenhausaufenthalt benötigt werden könnte.
Diese Gespräche sollen nicht erst kurz vor der Entlassung stattfinden. Die weitere Perspektive wird von Beginn an mitgedacht und kann sich während der Behandlung gemeinsam entwickeln.
Gerade sehr alte oder bereits kognitiv eingeschränkte Menschen können während einer akuten Erkrankung mit Verwirrtheit und Desorientierung reagieren. Das kann beispielsweise bei einem Infekt mit Fieber, nach einer Operation oder im Zusammenhang mit einer Fraktur auftreten.
Für uns ist wichtig, einen Menschen dann nicht nur als „verwirrt“ oder „schwierig“ wahrzunehmen. Die geriatrische Behandlung richtet den Blick bewusst auch auf die Fähigkeiten, die weiterhin vorhanden sind.
Das kann ganz praktisch bedeuten: Schmerzen früh wahrnehmen und behandeln, den Patienten wieder aus dem Bett mobilisieren oder gemeinsam ausprobieren, was bereits wieder möglich ist. Diese ressourcenorientierte und vorausschauende Herangehensweise kann dazu beitragen, den Patienten wieder stärker zu orientieren und zu aktivieren.
Die Rückkehr in die eigene Wohnung kann ein wichtiges Ziel sein – sie ist aber nicht der einzige Maßstab für eine erfolgreiche geriatrische Behandlung.
Manchmal zeigt sich trotz aller Fortschritte, dass ein Patient weiterhin umfangreiche Unterstützung benötigt und beispielsweise in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden muss. Auch dann kann die Behandlung viel bewirken.
Es macht einen großen Unterschied, ob ein Mensch bettlägerig bleibt oder wieder mit Unterstützung mobil sein kann. Ebenso kann es ein wichtiges Ziel sein, wieder selbstständiger zu essen, am gemeinschaftlichen Leben teilzunehmen oder im Alltag weniger Hilfe zu benötigen.
Deshalb betrachten wir gemeinsam mit Patienten und Angehörigen, was realistisch erreichbar ist. Eine geriatrische Behandlung ist nicht einfach die „Durchleitung“ in ein Pflegeheim, sondern der Versuch, die vorhandenen Möglichkeiten bestmöglich auszuschöpfen.
Ja, eine geriatrische Behandlung kann bereits beginnen, bevor ein Patient auf die geriatrische Station verlegt wird.
Unser Ansatz ist, geeignete Patienten möglichst früh auf den behandelnden Stationen zu erkennen und dort gemeinsam zu beurteilen. Dafür werden wir ein aufsuchendes („Liaison-“)Team aus geriatrischen Fachärzten und speziell weitergebildeten Pflegenden sowie Physiotherapeuten etablieren.
Wenn ein geriatrischer Behandlungsbedarf festgestellt wird, können erste Maßnahmen bereits auf der bisherigen Station beginnen. So soll nicht erst auf eine spätere Verlegung gewartet werden, bevor die geriatrische Perspektive in die Behandlung einfließt.